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Die Molke - Gesundheitselixier und Tausendsassa

Schon in der Antike hat man die Wirkung von Molke als Therapeutikum und Schönheitselixier geschätzt. Ob als Getränk oder Badezusatz, die wertvollen lnhaltsstoffe machen seit jeher Furore. Auch als Backhilfswerk, Waschmittel oder als Extraktion von Eiweißbausteinen in der Medizin, gewinnt Molke zunehmend an Bedeutung.

Seit der Antike ein hoch gelobtes Heilmittel

Schon vor Christi Geburt wusste man von der Heilkraft der Molke. Hippokrates therapierte mit Molke Gicht- und Lebererkrankungen, Störungen des Darms und Vergiftungen. Aber auch bei Verstopfung und zur Reinigung der Haut verordnete er frisches Käsewasser. Claudius Galenos, renommierter Arzt der damaligen Zeit, gründete sogar eine „Milchheilstätte“, um durch die Wirkkraft der Molke therapeutische Prozesse zu beschleunigen und Molke als Schönheitselixier zu propagieren. Dass man auch im Mittelalter Molke hoch schätzte, belegen die zahlreichen Molkekuranstalten, die wie Pilze aus dem Boden schossen. Die Klientel dieser „Wellness-Einrichtungen“ war die feine Gesellschaft. Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth waren Stammgäste im damaligen Molke-Kurort Bad Ischl.

Vom Abfallprodukt zum Star

Doch mit dem beginnenden 20. Jahrhundert, dem Einzug der „modernen“ Medizin, gerät die Molke in Vergessenheit. Wiederentdeckt wurde die Molke in den 80er Jahren im Zuge des Fitnessbooms. Seither tummeln sich in den Kühlregalen köstliche, erfrischende Molke-Variationen. Cremes, Shampoos, Seifen, Gesichtswässer, Badezusätze – immer mehr Beautyprodukte enthalten das Pflegeplus der Molke. Aber nicht nur in der Wellness punktet Molke, auch als Backhilfswerk, Waschmittel oder als aufwändige Extraktion von Eiweißbausteinen in der Medizin überzeugt Molke. Dass Molke sogar Marmorplatten oder Außenfassaden reinigt und einen Schutzfilm bildet, ist aktuelles Thema von Forschungsprojekten. Gerade die physikalischen Eigenschaften machen Molke zu einem wahren Tausendsassa.

Von der Milch zur Molke

Molke: „Nebenprodukt“ der Käsegewinnung

Wird Käse erzeugt, trennt sich der Eiweißanteil Kasein, der spätere Käse, vom Käsewasser, der Molke. Beispielsweise werden für die Erzeugung von 1 kg Hartkäse 13 l Milch benötigt. Das entspricht einer Molkemenge von ca. 12 Litern. Nach der Dicklegung von Milch setzt sich Molke als Flüssigkeit von dem geronnenen Eiweiß ab. Wie die Milch dick gelegt wird, entscheidet darüber, ob die Molke süß oder sauer ist. Wird die Milch durch Labenzyme zum Gerinnen gebracht, entsteht Süßmolke, werden Milchsäurebakterien eingesetzt, entsteht Sauermolke. Molke besteht zu 94 % aus Wasser, zu 4 bis 5 % aus Milchzucker (Laktose) und ist nahezu frei von Fett. Frische Molke ist nur eine Stunde haltbar. Darum wird sie rasch verarbeitet. Angereichert mit Vitaminen oder Mineralstoffen erfreut sich Molke großer Beliebtheit.

Die Molke – Highlight der gesunden Ernährung

Hochwertiges Eiweiß, zahlreiche Vitamine und wertvolle Mineralstoffe machen Molke zu einem Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte. Die Molke vereint ein Minimum an Energiegehalt mit einem Maximum an Nährstoffen. Dieses Zusammenspiel macht Molke einzigartig. Wird Molke hergestellt bzw. Käse produziert, so bleibt der Fettanteil fast zur Gänze im Käsebruch. Ein anderes Charakteristikum für die Ernährungsqualität ist das Eiweiß. Vergleicht man das Molkeeiweiß Lactalbumin mit anderen Lebensmitteln in Bezug auf seine biologische Wertigkeit, ist das Ergebnis bestechend. Gerade Kraftsportler nützen den Vorteil, mit Molkeeiweiß Muskeln aufzubauen. Aber auch in der Ernährung von Säuglingen oder bei Diätprodukten nützt man das Molkeprotein zur Eiweißanreicherung.

 

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