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Käse braucht Zeit

Ausgangsprodukt

Die Milch-Beschaffenheit ist abhängig von: 

  • Tierart (Kuh, Schaf, Ziege, Büffel) und Rasse
  • Futtermittel (gräserreiche Weidelandschaft oder eher kräuterreiche Almwiesen)
  • Art der Tierhaltung (freie Weide mit viel Bewegung vs. Stallhaltung)

Bestandteile der Rohmilch (in %):

Kuh

Schaf

Ziege

Büffel

Wasser

87,1

83,7

87,7

82,5

Fett

3,9

5,7

3,7

7,6

Eiweiß

3,5

4,8

3,3

4,2

Kohlenhydrate (Milchzucker)

4,8

4,9

4,5

4,8

Mineralstoffe, Vitamine

0,7

0,9

0,8

0,9

Angaben in % nach Tierarten

Käsereifung

Um sein sortentypisches Aroma zu bekommen, braucht der Käse liebevolle Pflege und viel Gespür für seine Bedürfnisse. Die Käsereifung besteht aus verschiedenen Reifungsphasen. Diese sind je nach Zusammensetzung der Käsemasse sowie der verwendeten Mikroorganismen (Käsekulturen) unterschiedlich und von äußeren Bedingungen (hauptsächlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit) stark beeinflusst. Grundsätzlich versteht man unter Käsereifung den gewünschten Eiweißabbau. Teilweise kommt es auch zur Fettspaltung (eine Spezialität bei Edelschimmelreifung). Käse muss während dieser Reifezeit immer wieder gewendet, regelmäßig gebürstet und gepflegt (zB mit Salz und Rotkulturen eingerieben) werden.

Käse ist ein reines Naturprodukt

Nur frischeste, naturbelassene Milch als Ausgangsprodukt, führt schließlich zu einem feinen Stück Käsegenuss. Das Aroma, der unverwechselbare Charakter einer Käsesorte, setzt sich schließlich aus mehr als vierzig chemischen Verbindungen zusammen.

„Menschen mit Laktoseintoleranz brauchen nicht auf Käse verzichten“

 Laktose (Milchzucker) wird bei der Käseherstellung abgebaut. Bei Schnittkäse mit 4–12 Wochen bzw. Hartkäse mit drei Monaten bis mehrere Jahre Reifezeit ist keine Laktose mehr enthalten, weil der Milchzucker in Milchsäure umgewandelt wurde. Bei Frisch- und Weichkäse bleibt in bedeutendem Maße Laktose erhalten!

Folgende Reifungsarten werden unterschieden:

Milchsäurereifung: Käse reift mit Säuerungskulturen gleichmäßig von innen nach außen

zB Edamer, Gouda,Butterkäse

Rotkulturreifung: Einreiben mit Salz und Rotkulturbakterien

zB Schloßkäse, Romadur, Mondseer, Tilsiter, Raclette, Bergkäse

Weiße Edelschimmelreifung: Oberflächenreifung von weißem Edelschimmel

zB Camembert, Brie

Doppelschimmelreifung: Inneres Wachstum von blauem Edelschimmel, Oberflächenreifung mit weißem Edelschimmel

zB Dolce Bianca, Troubadour

Grüne Edelschimmelreifung: Inneres Wachstum von blauem oder grünem Edelschimmel

zB Österkron

Gärungsreifung: Kohlensäurebläschenbildung im Käseinneren bei Temperaturen von 20–22 °C

zB Emmentaler, Bergbaron, Drautaler, Alpenkäse

Doppelreifung: Je 4 Wochen Rotkultur- und Gärungsreifung

zB Moosbacher