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05.10.09 06:34 Alter: 333 days

Österreichische Lebensmittel trotzen der Krise

Niedriger Milchpreis schlägt aber auf die Gesamtbilanz durch

Kategorie: Presseaussendung

 

(Wien, 5.10.2009) Im ersten Halbjahr 2009 ist der Agrarexport um rund 10% im Wert zurück gegangen. In der Menge jedoch ist die Entwicklung österreichischer Produkte am Weltmarkt ungebrochen gut. Das betrifft nahezu alle Lebensmittelgruppen. Die neuen EU-Länder erweisen sich einmal mehr als berechtigte Hoffnungsträger. Die Deutschen greifen so oft zu österreichischen Produkten wie nie zuvor. Besonders Rindfleisch, Geflügel, Würste und Milchprodukte sind gefragt. Der niedrige Milchpreis allerdings drückt die Gesamtbilanz deutlich. Das ergab eine AMA-Analyse der Daten für das 1. Halbjahr 2009 der Statistik Austria, die anlässlich der ANUGA, der größten Lebensmittelmesse der Welt, durchgeführt wurde. Die ANUGA findet von 10.-14.10.2009 in Köln statt.

I. ÖSTERREICH – ALLE LÄNDER

Gesamter agrarischer Außenhandel nur wertmäßig eingebremst
Seit dem EU-Beitritt 1995 lagen die Exportzuwachsraten im Wert jährlich zwischen 7% und 20%. Das ist heuer erstmals anders. Im ersten Halbjahr 2009 verzeichnet der agrarische Außenhandel ein Minus von 10,6%. Das ist in erster Linie auf die im Durchschnitt gefallenen Preise zurück zu führen, dezidiert aber nicht auf die exportierte Menge. Bei gleichbleibender Entwicklung bis Jahresende zeichnet sich im Mengenbereich für 2009 sogar ein All Time High ab. (Chart 1)

II. ÖSTERREICH – NEUE EU-LÄNDER

Neue EU-Länder erweisen sich als verlässlichster Wachstumsmarkt
Die Angst der Westeuropäer vor den neuen EU-Mitgliedern hat sich als gänzlich unbegründet erwiesen. Die Preise, die in den neuen Staaten erzielt werden, haben sich zwar in Folge der Krise eher schlecht entwickelt, auf die Menge hat sich das aber kaum ausgewirkt (-1%). Nach Deutschland und Italien belegt Slowenien im Ranking der Top-Exportländer Platz 3, vor Ungarn auf Platz 4. Nach den USA, die mittlerweile auf Platz 5 rangieren, folgt aber schon an sechster Stelle die Tschechische Republik.
Oder andere Beispiele. Die Slowakei hat im 1. Halbjahr 2009 um 108% mehr Fleisch aus Österreich importiert als im 1. Halbjahr 2008. Im gleichen Zeitraum hat Ungarn fast 30% mehr an Fleischzubereitungen bezogen und Russland 68% mehr an Käse aus Österreich gekauft. (Chart 2)

III. ÖSTERREICH - DEUTSCHLAND

Ein Drittel des Agrarexportes geht nach Deutschland
Im ersten Halbjahr 2009 wurden Agrarprodukte im Wert von 3,6 Mrd. EURO von Österreich in die Welt exportiert. Waren im Wert von 1,22 Mrd. EURO gingen dabei nach Deutschland. Das entspricht zwar klar einem Minus von 7,7% zur Vorjahresperiode, mengenmäßig zeichnet sich im Export nach Deutschland aber ganz und gar keine Zurückhaltung ab. Österreich wird 2009 mengenmäßig mehr als je zuvor zu seinem wichtigen Agrarhandelspartner geliefert haben.
(Chart 3)
Als mit Abstand wichtigste Warengruppe erwiesen sich 2008 Milch & Milchprodukte (17%), gefolgt von Fleisch, Fleischprodukten und Fleischzubereitungen (insgesamt 14%). Die Produkte, die aus der klassischen, heimischen Urproduktion kommen, machen rund 50% aus und stärken naturgemäß damit den gesamten Agrarexport maßgeblich. (Chart 4)

Rindfleisch, Geflügel und Würste aus Österreich: schlicht ein Renner
Die Rindfleischexporte aus Österreich nach Deutschland haben sich seit 2002 (dem Jahr der BSE-Krise) mehr als verachtfacht. Allein das heurige Jahr weist ein Plus von rund 34% und steuert damit sowohl wert- als auch mengenmäßig auf einen absoluten Höhepunkt zu. Bei Rindfleisch ist es auch gelungen, den Kilopreis auf sehr hohem Niveau zu halten. (Chart 5) Bei Geflügel zeichnet sich mit einem Plus von 42% eine ähnliche Entwicklung ab und das, obwohl der große Geflügelproduzent Frankreich von Deutschland aus nicht weit ist. (Chart 6) Im Bereich der Fleischzubereitungen, vorzugweise Wurst und Schinken, konnte die Exportmenge nahezu exakt auf gleichem Vorjahresniveau gehalten werden. Besonders bemerkenswert ist in diesem Segment allerdings die Preisentwicklung. Wurde 2008 für ein Kilo noch EURO 3,75 bezahlt, waren es 2009 schon EURO 4,76. Österreichische Fleischzubereitungen punkten in erster Linie durch immer wieder neue Sorten und Angebote, sowie innovative Verpackungen. (Chart 7)

Milch & Milchprodukte: Mengenentwicklung gut, Preise schlecht
Rund die Hälfte des österreichischen Käse-Exportes geht nach Deutschland. Die Deutschen greifen mindestens so oft und gerne wie schon in den Jahren zuvor zu Käse und Milchprodukten aus Österreich. Besonders beliebt sind nach wie vor Hart- und Schnittkäse. Auch der Frischkäse, der als „junges, modernes Lebensmittel“ besonders für Figurbewusste attraktiv ist, erfreut sich ungebrochener Zustimmung. Besonders in der Käsetheke haben österreichische Produkte einen unverrückbaren Platz erarbeitet. Auch wenn der Milchpreis Rückschläger erlitten hat, konnte der Preis für Verarbeitungsprodukte, vorzugsweise Käse, eher gehalten werden. Die Wertschöpfung liegt also in der Veredelung. (Chart 8-11)

Obst & Gemüse sind die Stabileren im Markt
Das Obst & Gemüse-Segment entwickelt sich soweit gut. Bei Obst ist sogar ein Exportplus von 10% im Wert zu verzeichnen, bei Gemüse mit 4% ein kleines Minus. Auch in diesem Segment wird das Vorjahresniveau mengenmäßig sicher überschritten werden. Die Preise haben sich zum Vorjahr kaum bis gar nicht verändert. (Chart 12)

Zukunftsperspektive: Optimismus ist angebracht
„Österreichische Lebensmittel sind so beliebt wie eh und je. Mengenmäßig exportieren wir mehr Lebensmittel als je zuvor. Die Krise hat zwar den Preis gedrückt, bei weitem aber nicht die Beliebtheit österreichischer Produkte. Das ist eine sehr gute Ausgangsbasis für die Nach-Krisenzeit. Wir können unseren Produzenten nur raten: Augen zu und durch! Am Ende des Tunnels erwartet uns ein helles Licht. Wir werden diese Prüfung mit Bravour bestehen. Unsere Produkte haben einen hohen Stellenwert in dieser Welt, verfügen über absolutes Vertrauen und überzeugen durch ihren natürlichen Geschmack und beste Qualität. Das wird zunehmend von den Konsumenten gefragt. Die ANUGA ist der beste Turnierplatz der Welt, um das zu beweisen“, fasst DR. STEPHAN MIKINOVIC, GF der AMA Marketing, die aktuellen Entwicklungen am Agrarsektor anlässlich der ANUGA in Köln zusammen.

IV. ANUGA IN KÖLN

Die ANUGA in Köln ist die größte und wichtigste Lebensmittelmesse der Welt und findet alle zwei Jahre statt. In der Zeit von 10. bis 14. Oktober werden auf rund 305.000 Quadratmetern mehr als 6.500 Aussteller aus 97 Ländern ihre Produkte präsentieren. Der Auslandsanteil (= außerhalb des Gastgeberlandes Deutschland) liegt bei 84%. Österreich ist mit insgesamt 120 Ausstellern vertreten, erstmals auch mit einem eigenen Stand in der Bio-Halle. Zielgruppen der Fachmesse sind Hersteller, Importeure und Großhändler aus dem Bereich Lebensmittel, Getränke, Gastronomie, Handelsagenturen.

Rückfragehinweis: AMA Marketing
Mag. Hermine Hackl,. Unternehmenskommunikation
E-mail: hermine.hackl(at)ama.gv.at, Tel. 01/33151-404

Download Foto
(APA/Strasser): Dr. Michael Blass (GF des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie), li, und Dr. Stephan Mikinovic (GF  der AMA Marketing) re. bei der Lebensmittelexportbilanz für das 1.Halbjahr 2009  anlässlich der ANUGA in Köln.

Download AMA Marketing:
- Außenhandels Charts AMA Marketing
- Ausstellerliste Anuga

Download Presseunterlagen Verband der Lebensmittelindustrie:
- Lebensmittelverband Pressetext
- Lebensmittelverband Foliensatz
- Presseartikel Anuga Köln AWO